Die Kese ist ein mechanisches Peeling mit dem Kese-Handschuh, einem Handschuh aus grob strukturiertem Gewebe, auf erwärmter und nasser Haut; sie entfernt die oberste Schicht abgestorbener Haut. Für eine vollständige Kese im Hamam genügt bei normaler Haut ein Abstand von 3–4 Wochen, denn die oberste Hautschicht erneuert sich in etwa einem Monat. Bei trockener, empfindlicher oder dunkler Haut sollte der Abstand länger sein; bei offenen Wunden, Sonnenbrand oder aktivem Ekzem sollte keine Kese gemacht werden.

Was ist Kese?

Die Kese ist ein grundlegender Bestandteil der Tradition des türkischen Bades. Das Wörterbuch der Türkischen Sprachgesellschaft (Türk Dil Kurumu) definiert die Kese als taschenförmiges Tuch, das „beim Waschen über die Hand gezogen wird, um Schmutz zu entfernen, und zum Abreiben des Körpers dient“. Im türkischen Alltag stehen die Wendungen „eine Kese machen“, „eine Kese werfen“ und „sich eine Kese machen lassen“ für denselben Vorgang.

Früher war die Kese ein persönlicher Gegenstand der Badegäste: In osmanischer Zeit brachten Frauen ihre Kese zusammen mit Peştemal (Hamamtuch), Luffaschwamm, Seife und Hamamschale in ihrem Tuchbündel mit; in den Hamams waren Kese-Handschuhe aus Seide verbreitet. Heute stellen die meisten Hamams die Kese selbst.

Die grauen Röllchen, die sich bei der Kese lösen, nennt man im Volksmund „Schmutz“; zum größten Teil sind es abgestorbene Hautzellen, die das heiße Wasser aufgeweicht hat. Diese äußerste Hautschicht besteht zwar aus abgestorbenen Zellen, ist aber nicht nutzlos: Sie ist eine Schutzbarriere, die verhindert, dass Wasser ungehindert in den Körper hinein- oder aus ihm herausgelangt. Viele Röllchen bedeuten deshalb nicht, dass die Kese besser gemacht wurde.

Die Kese ist eine Reinigungs- und Hautpflegeanwendung; sie macht die Haut glatter. Sie behandelt keine Krankheit, führt nicht zum Abnehmen und beseitigt keine Cellulite.

Wie läuft die Kese im Hamam ab?

Im Hamam beginnt die Kese damit, dass der Körper auf dem Nabelstein (der beheizten Marmorplattform) durch Schwitzen vorbereitet wird. In den meisten Hamams ist die Reihenfolge wie folgt:

  1. Aufwärmen: Sitzen oder liegen Sie 15–20 Minuten im Heißraum oder auf dem Nabelstein. Dieser Schritt ist unerlässlich, damit die Haut weich wird; auf kalter Haut wird keine Kese gemacht.
  2. Anfeuchten: Im Männerbereich befeuchtet der Tellak (Badewärter), im Frauenbereich die Natır (Badewärterin) Ihren Körper mit lauwarmem Wasser.
  3. Kese: Der nasse Kese-Handschuh wird über die Hand gezogen, und der Körper wird Abschnitt für Abschnitt abgerieben; meist wird am Rücken begonnen und mit Armen, Beinen und Rumpf fortgefahren. Dieser Teil dauert meist 15–25 Minuten.
  4. Abspülen: Die gelöste abgestorbene Haut wird mit lauwarmem Wasser vollständig abgespült.
  5. Schaum: Wenn sie im Paket enthalten ist, folgt die Schaummassage auf die Kese.
  6. Ausruhen: Kühlen Sie sich im Ruheraum ab, trinken Sie Wasser und tragen Sie eine Feuchtigkeitscreme auf.

Ein leichtes Reibungs- und Wärmegefühl ist normal, aber die Kese sollte nicht wehtun. Wenn Sie ein Brennen oder Kratzen spüren, genügt es, „leichter“ zu sagen. Die rosige Färbung der Haut nach der Kese verschwindet meist innerhalb weniger Stunden. Wenn Sie zum ersten Mal hingehen, lesen Sie auch, wie man ein Hamam benutzt und was in Ihre Hamamtasche gehört.

Wie macht man eine Kese zu Hause?

Zu Hause sollte die Kese sanfter ausfallen als im Hamam; die Haut wird nicht so weich wie dort, und mit der eigenen Hand lässt sich der Druck nur schwer dosieren.

  1. Duschen Sie 10–15 Minuten heiß oder bleiben Sie so lange in der Badewanne.
  2. Machen Sie den Kese-Handschuh nass. Verwenden Sie keine Seife; die Kese wird auf nasser Haut ohne Seife gemacht.
  3. Arbeiten Sie mit kurzen, leichten Bewegungen und gehen Sie nicht immer wieder über dieselbe Stelle. Drücken Sie an Stellen mit dicker Haut wie Ellbogen, Knien und Fersen etwas stärker, an den Innenseiten der Arme und am Hals weniger.
  4. Verwenden Sie den Kese-Handschuh für den Körper nicht im Gesicht und nicht im Intimbereich.
  5. Spülen Sie mit lauwarmem Wasser ab und tragen Sie sofort eine Feuchtigkeitscreme auf, solange die Haut noch feucht ist.
  6. Waschen Sie den Kese-Handschuh aus, wringen Sie ihn aus und hängen Sie ihn außerhalb des Badezimmers zum Trocknen auf.

Die Kese im Hamam ist gründlicher, weil die Haut in der heißen, feuchten Umgebung lange aufweicht und das Personal am ganzen Körper einschließlich des Rückens gleichmäßigen Druck ausübt. Die Kese zu Hause genügt dagegen, um die Haut zwischen zwei Hamambesuchen glatt zu halten; Stellen, die Sie nicht erreichen, etwa den Rücken, können Sie dem Hamam überlassen.

Wie oft macht man eine Kese?

Wie oft eine Kese sinnvoll ist, hängt vom Hauttyp und davon ab, wie grob der Kese-Handschuh ist. Für eine vollständige Kese im Hamam passen diese Abstände für die meisten Menschen:

  • Normale Haut: alle 3–4 Wochen, also einmal im Monat.
  • Fettige und dicke Haut: alle 2–3 Wochen.
  • Trockene, empfindliche oder zu Akne neigende Haut: alle 6–8 Wochen oder seltener.

Diese Abstände ergeben sich aus der Geschwindigkeit, mit der sich die Haut erneuert. Neue Zellen, die in der unteren Hautschicht entstehen, erreichen die äußerste Schicht nach etwa einem Monat; da eine vollständige Kese den größten Teil dieser Schicht entfernt, braucht sie Zeit, um sich neu zu bilden. Auch die American Academy of Dermatology weist darauf hin, dass ein Peeling umso seltener angewendet werden sollte, je intensiver es ist, und dass zu häufiges Peeling die Haut gerötet und gereizt hinterlassen kann.

Auch eine sanfte Kese zu Hause sollte nicht häufiger als einmal pro Woche erfolgen; bei empfindlicher Haut genügt sie alle zwei bis drei Wochen. Im Winter, wenn die Haut ohnehin trockener ist, ist es sinnvoll, die Abstände zu vergrößern. Lassen Sie sich nicht unmittelbar vor einem besonderen Tag wie einer Hochzeit, einem Brauthamam oder einem Urlaub zum ersten Mal eine kräftige Kese machen; planen Sie einige Tage ein, damit eine mögliche Rötung abklingen kann.

Wer sie seltener machen sollte: Menschen mit trockener oder empfindlicher Haut; Menschen mit dunkler Haut, weil ein kräftiges Peeling bei manchen Menschen Pigmentflecken verstärken kann; Menschen, die Produkte mit Retinoiden, Retinol oder Benzoylperoxid verwenden, weil diese Produkte die Haut empfindlicher machen.

Was ist der Unterschied zwischen Kese und Schaummassage?

Kese und Schaummassage sind unterschiedliche Anwendungen und werden in den meisten Hamams zusammen unter dem Namen „Kese und Schaummassage“ angeboten. Die Kese ist ein Peeling, das abgestorbene Haut entfernt; die Schaummassage ist eine Waschung mit Seifenschaum und eine leichte Massage. Meist kommt zuerst die Kese, dann der Schaum: Zuerst wird die abgestorbene Haut entfernt, danach wird der Körper mit Schaum gewaschen. Wenn Sie empfindliche Haut haben, können Sie nur die Schaummassage machen lassen oder um eine sanfte Kese bitten.

Wie wählt man einen Kese-Handschuh aus?

Der Kese-Handschuh wird traditionell aus Bürümcük hergestellt, einem feinen Gewebe aus Rohseide. Heute gibt es Kese-Handschuhe aus Seiden- und Kunstfasergewebe, von weich bis grob. Wählen Sie bei empfindlicher Haut einen Kese-Handschuh mit weicher Struktur. Sie können Ihren eigenen Kese-Handschuh ins Hamam mitnehmen; so sind Sie in Sachen Hygiene beruhigt, und weil Sie wissen, wie grob er ist, ist das Ergebnis besser vorhersehbar.

Wie ein Luffaschwamm ist der Kese-Handschuh porös und bleibt feucht, deshalb können sich darin abgestorbene Haut und Bakterien ansammeln. Spülen Sie ihn nach jeder Benutzung aus, trocknen Sie ihn außerhalb des Badezimmers und teilen Sie ihn mit niemandem. Wenn Sie Schimmel, schlechten Geruch oder Abnutzung bemerken, kaufen Sie einen neuen.

Wer sollte keine Kese machen lassen oder vorher ärztlichen Rat einholen?

Lassen Sie in den folgenden Fällen keine Kese machen:

  • Bei offenen Wunden, Kratzern, Sonnenbrand oder einem frischen Tattoo.
  • Bei einem Schub von Ekzem oder Schuppenflechte (Psoriasis). Kratzer und Schürfwunden können einen Schub der Schuppenflechte auslösen; auch Haut mit Ekzem reagiert empfindlich auf Reizstoffe und Hitze.
  • Unmittelbar nach dem Rasieren oder Waxing; warten Sie einige Tage.

Fragen Sie in den folgenden Fällen zuerst Ihren Arzt:

  • Wenn Sie wegen einer Hauterkrankung behandelt werden oder ein Medikament einnehmen, das die Haut empfindlicher macht.
  • Wenn Sie Blutverdünner einnehmen oder leicht blaue Flecken bekommen.
  • Wenn Sie Diabetes oder einen Gefühlsverlust haben; Sie spüren Hitze und Reibung möglicherweise nicht vollständig.
  • Wenn Sie schwanger sind oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Bluthochdruck haben: Hier ist die Hitze des Hamams ebenso wichtig wie die Kese. Worauf Sie in der Schwangerschaft achten sollten, erklären wir in unserem Ratgeber zu Massage und Spa in der Schwangerschaft.

Wo kann man eine Kese machen lassen?

Kese wird in fast allen Einrichtungen mit Hamam angeboten; Betriebe, die Kese anbieten, können Sie nach Stadt auflisten. In historischen Hamams ist die Kese oft Teil des Pakets: Das Süleymaniye Hamamı in Istanbul schließt bei seinem etwa 105-minütigen Ritual Kese, Schaummassage und Bewirtung im Preis ein. Das Keçeli Tarihi Kadınlar Hamamı in Çekirge in Bursa bietet ausschließlich Frauen ein Hamam mit Thermalwasser, Kese und Schaummassage.

Den Preis der Kese bestimmen die Art des Hamams, die Stadt, die Dauer und die im Paket enthaltenen Leistungen; Einzelheiten für Istanbul finden Sie im Beitrag Hamam-Preise in Istanbul.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft macht man eine Kese?

Im Hamam kann eine vollständige Kese bei normaler Haut alle 3–4 Wochen, bei fettiger Haut alle 2–3 Wochen und bei trockener und empfindlicher Haut alle 6–8 Wochen gemacht werden. Eine sanfte Kese zu Hause sollte nicht häufiger als einmal pro Woche erfolgen.

Wie lange dauert eine Kese?

Die Kese selbst dauert meist 15–25 Minuten. Mit dem 15–20-minütigen Aufwärmen davor und der anschließenden Schaummassage sollten Sie im Hamam mindestens eine Stunde einplanen.

Kommt zuerst die Kese oder der Schaum?

Zuerst die Kese, dann der Schaum. Die Kese entfernt die abgestorbene Haut; der Schaum wäscht den Körper danach mit Seife.

Tut eine Kese weh?

Sie sollte nicht wehtun. Ein Reibungs- und Wärmegefühl ist normal; wenn Sie ein Brennen oder Kratzen spüren, bitten Sie das Personal, sanfter vorzugehen.

Was sollte man nach der Kese tun?

Tragen Sie sofort eine Feuchtigkeitscreme auf und bleiben Sie am selben Tag nicht lange in der Sonne; die frisch freigelegte Haut ist empfindlicher.

Kann man eine Kese im Gesicht machen?

Ein Kese-Handschuh für den Körper ist für das Gesicht zu grob; verwenden Sie ihn nicht im Gesicht. Wählen Sie für das Gesicht sanftere, dafür geeignete Produkte.

Quellen

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von Spa Deneyimi verfasst. Platzierungen und Verifizierungsabzeichen können nicht gekauft werden.